Die Kaiserzeit von 1871 bis 1918

Nachdem Preußen zur führenden Großmacht in Deutschland geworden war, wuchs der Widerstand vor allem Frankreichs unter Louis Philippe (Napoleon III.) gegen einen neuen Zentralstaat im Herzen Europas. Überzogene Forderungen Napoleons III., die die Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen um den spanischen Königsthron verhindern sollten, führten 1870 zum Deutsch- Französischen Krieg, aus dem Deutschland 1871 siegreich hervorging. Am 18. Januar 1871 erfolgte in Versailles die Krönung von König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser. Wie auch in anderen europäischen Ländern (z.B. in Italien, Russland, Südslawien) entstand ein von starkem nationalen Gefühl geprägtes politisches Bewusstsein.

  Der siegreich beendete Krieg und die wiedererlangte Reichseinheit Deutschlands wurden eine gute Ausgangslage für die Wirtschaft. In der Verknüpfung dieser Rahmenbedingungen mit den technischen Neuerungen (Bergbau, Kraftmaschinen, Hüttenwesen, Textilindustrie) sowie der Verbesserung der Verkehrswege durch Eisenbahnen, schiffbare Kanäle und Flüsse war der Boden für die Gründerzeit bereitet. Die verschiedensten Fabriken entstanden. Es bildete sich zum alteingesessenen Adel ein kapitalkräftiges Bürgertum als Gegengewicht. Gleichzeitig entstand ein Proletariat, das sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinstbauern rekrutierte. Verstärkt wurde die Not des Proletariats durch Absatzkrisen der Industrie.
 

Otto von Bismarck 

Otto von Bismarck (1.4.1815 - 30.7.1898)

 

Deutsch-Französischer Krieg

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71

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