Christoph Lambertz

Foto: Nik Schölzel
Foto: Nik Schölzel


  • Seit 2007 Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik des Bezirks Schwaben
  • Hat in Bamberg Ethnomusikologie studiert, spielt Klarinette und tritt in Franken ab und zu mit seiner »Kapelle Rohrfrei« auf
  • Und er trägt bei Auftritten im Parktheater besonders gerne die Herrenweste, die seine Frau in einem Nähkurs der Krumbacher Trachtenberatungsstelle für ihn gefertig hat

 

 

Im Jahr 2010 wurden Sie zum ersten Mal angefragt, ob Sie mit einem Volksmusik-Programm bei uns auftreten möchten – und Sie haben anfangs eher zurückhaltend reagiert!?

Damals gab es das Angebot, das Festprogramm für das 20jährige Bestehen der Krumbacher Beratungsstelle auch im Parktheater in Göggingen aufzuführen; schließlich wird das Kurhaus ja wie wir auch mit vom Bezirk Schwaben getragen. Meine erste, etwas zögerliche Reaktion muss vor dem Hintergrund der Volksmusik-Entwicklung gesehen werden: In den 60er- bis 80er-Jahren war die Volksmusikpflege noch stark auf die Bühne fixiert, Volksmusik wurde als »Vorführkultur« gelebt. Aber inzwischen galt eher die Devise »Runter von der Bühne«, das Aufspielen im Wirtshaus wurde wieder mehr gepflegt, Mitmach-Aktionen standen im Mittelpunkt, die Volksmusik sollte quasi mitten im Leben der Menschen ihren Platz haben.

 

Dieses Jubiläumsprogramm im Oktober 2010 kam aber bei unseren Besuchern so gut an, dass Sie seitdem jedes Jahr mit ihren »Schätzen der Volksmusik« hier im Haus zu Gast sind!

Dieser erste Auftritt im Parktheater hat mir wirklich sehr deutlich vor Augen geführt, dass wir hier viele Musiker und Sänger haben, die unbedingt konzertant präsentiert werden sollten. Seitdem plane ich die »Schätze der Volksmusik« jedes Jahr unter einem neuen Oberthema mit drei oder vier Gruppen. Immer mit dabei ist auch der BR-Sprecher Johannes Hitzelberger mit seinem herrlichen Allgäuerisch.

 

Und wie sehen Sie – als Vertreter der klassischen Volksmusik – die Öffnung hin zu anderen Musikrichtungen, wie sie mittlerweile von vielen Gruppen praktiziert wird?

Ich habe einmal gelesen, dass man die Volksmusik als eine Straße sehen kann, auf der jeder Platz hat, und dieses Bild gefällt mir sehr gut. Für mich darf Volksmusik eine große Bandbreite haben, auch weg von traditionellen Liedinterpretationen, offen für fantasievolle Begleitungen und für die Begegnung mit Jazz, Rock oder Weltmusik. Die verschiedenen Richtungen nehmen sich nichts weg, im Gegenteil: Sie bereichern sich!

 

 

PARKTHEATER im Kurhaus Göggingen
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