Die Augsburger Allgemeine über: Augsburger Mozartfest: Bei diesem Chor wird ordentlich gezwitschert
War es die Eule oder war‘s die Nachtigall? Das kurios-kurzweilige Konzert des RIAS Kammerchors mit dem Vogelstimmenimitator Uwe Westphal.
Man glaubt, man steht im Wald. Jedenfalls zwitschert’s hier wie im Grünen, auch die schweren Vorhänge im Hintergrund der Bühne schimmern in der Farbe frischen Tanns. Und Antwort erschallt, als käm’s von Bäumen ringsumher, Antwort in der Klanggestalt leichtfüßigen Chorgesangs. Von rechts, von links aus den Umgängen des Parktheaters treten einzelne Interpreten singend und tirilierend auf die Bühne, vereinigen sich dort zum gut 30-köpfigen Chor, um ein Renaissance-Chanson zu vollenden, Clément Janequins „Gesang der Vögel“. Darum wird es den ganzen Abend gehen: Dass Chorlied und Vogelkunde Hand in Hand ein Loblied auf die Vogelwelt anstimmen.
Der RIAS Kammerchor Berlin und der Vogelstimmenimitator Uwe Westphal haben sich zusammengetan für dieses Programm, das beim Mozartfest in dem zur Großvoliere mutierten Parktheater über die Bühne geht. „Was haben wir da gerade gehört?“, fragt nach dem letzten Ton des Janequin-Lieds Chorleiter Justin Doyle den älteren Herrn, der da aufmerksam lauschend mit auf der Bühne sitzt. Gartenrotschwanz, Rotkehlchen, Amsel, gibt Uwe Westphal zur Antwort und führt die Gesänge des Vogel-Trios, die in dem Chanson in kunstvoller Verarbeitung anklingen, nun separat und – wie macht er das bloß mit unserem Menschenstimmorgan? – in verblüffend „echter“ Imitation vor.
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